Jetzt, wo wir uns endlich über mehr Sonne und die wärmeren Temperaturen freuen können, beginnt sie auch in Deutschland wieder – die Zeckenzeit.  Zecken sind ab einer Temperatur von 8-10 Grad aktiv und damit ist ab Mitte März nun zu rechnen. Selbst wenn die Kälte noch einmal einbrechen sollte, schadet es ihnen nicht, sie ziehen sich lediglich noch einmal zurück.

Die Blutsauger lieben Temperaturen um die 20 Grad mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit. Ist es wärmer, so wie im Hochsommer, suchen sie sich schattige und feuchte Plätze zum Überleben und lauern dann bei optimaleren Bedingungen Ihrem potentiellen Wirt auf.

Zecken fallen nicht von Bäumen, wie es manchmal behauptet wird, sondern sie leben im Unterholz, in Gräsern und Sträuchern und sie werden von vorbeikommenden Tieren oder Menschen abgestreift. Auf ihrem Wirt angekommen, krabbeln sie dann dorthin, wo die Haut dünn und schön weich und warm ist. Bei unseren Katzen stechen und saugen sie gern am Bauch, in den Achselhöhlen, am Hals oder auch mal auf der Nase. Dabei kann die Zecke Bakterien oder Viren übertragen und gefährliche Krankheiten sind die Folge.

Menschen wird geraten, zum Schutz vor den Blutsaugern körperbedeckende Kleidung mit engen Bündchen oder über die Hose gezogene Socken zu tragen. Aber eine Katze vor dem Freigang mit “Ganzkörperkondom mit Bündchen” zu bekleiden ist unmöglich. Deswegen sollten die Fellnasen in der Zeit von März bis September mindestens einmal täglich, noch besser nach jedem Freigang nach Zecken abgesucht werden, denn Zecken müssen schnellstmöglich entfernt werden. Wer sich das nicht selber zutraut, sollte das vom Tierarzt machen lassen.

Entfernung von Zecken

Hausmittel wie Nagellackentferner oder Öl, mit denen die Zecke vor dem Entfernen betäubt werden soll, dürfen auf keinen Fall verwendet werden. Die Zecken werden damit nicht betäubt sondern erstickt und geben dann im Todeskampf ihren Mageninhalt und somit auch gefährliche Viren und Bakterien ab, was zu schlimmen Entzündungen führen kann.

Jeder muss für sich herausfinden, mit was er Zecken am besten entfernen kann. Im Handel gibt es Zeckenzangen, Zeckenkarten oder auch die ganz einfache Pinzette zu kaufen. Zange, Karte oder Pinzette werden möglichst nah an den Mundwerkzeugen der Zecke angesetzt, leicht eingedreht und dann wird die Zecke kontrolliert herausgezogen.

Wichtig ist, dass die ganze Zecke entfernt wird, denn bleibt der Kopf der Zecke in der Haut stecken, kann dieses zu schlimmen Entzündungen führen.

Manchmal handelt es sich allerdings auch nur um Teile des Mundwerkzeugs, die zurückbleiben. Das stellt in der Regel kein Risiko dar.

Chemische Anti-Zeckenmittel

Die üblichen Abwehrmittel gegen Zecken sind Halsbänder, Spot-on´s und Sprays. Sie wirken oft recht gut, denn sie enthalten Nervengifte / Insektizide, die die Zecken töten. Nervengift kennt aber nicht den Unterschied zwischen Zecke und Katze, sondern wirkt bei beiden Spezies gleichermaßen. Deswegen kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen und Überempfindlichkeitsreaktionen kommen wie Übelkeit, Erbrechen, Schuppen, Hautentzündungen, Juckreiz und Fellausfall. In der Kinesiologie sind das Symptome einer Leberüberlastung.

Gefahren für Katzen durch Zeckenmittel

Leider wissen die wenigsten Katzenhalter, dass viele Spot-on-Präparate nur für Hunde zugelassen sind und sogar durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (www.bvl.bund.de) vor der Verwechslungsgefahr und Anwendung bei Katzen gewarnt wird.

Floh- und Zeckenmittel für Hunde, die man in den Nacken oder auf die Schulter träufelt, enthalten Permethrin in einer hohen Konzentration. Für Hunde ist das verträglich, jedoch fehlt Katzen ein entsprechendes Enzym, dass diesen Wirkstoff abbauen kann. Und so kann der Einsatz dieser Spot-on-Präparate für Katzen lebensgefährlich bis tödlich enden.

Zeckenhalsbänder (und Flohhalsbänder)

Ähnlich verhält es sich mit Zeckenhalsbändern, denn man sollte Freigängerkatzen niemals ein Halsband (auch kein Zecken- oder Flohhalsband) umlegen, weil es für die Katze lebensgefährlich werden kann. Katzen springen, rennen, fallen auch einmal vom Baum, streifen durchs Gestrüpp und können mit diesen Halsbändern an Ästen und Sträuchern hängenbleiben oder aber die Halsbänder vertüteln sich um ihre Schulter oder den Kopf. Das führt zu schweren schmerzhaften Verletzungen – bis hin zum Tod.

Oft höre ich von Klienten, dass sie denken, dass Klickhalsbänder, die leicht zu öffnen sind oder elastische Halsbänder ungefährlich sind und Katzen gerade im Frühjahr ein Halsband mit Glöckchen tragen müssen, aber das ist ein Irrtum. Weder sind diese Art von Halsbändern ungefährlicher noch sollte man der Katze ein Glöckchen umbinden. Die Katze hat damit ein permanentes Klingeln im Ohr, was einem Tinnitus bei uns Menschen gleichkommt, mit dem wir genervt zum Arzt gehen würden.

Natürliche Zeckenabwehr durch Bierhefe

Zeckenbisse können gefährlich sein, Zeckenmittel und Halsbänder auch. Und nun?

Die Natur hält für alles auch eine biologische Variante bereit. Gegen Zecken hat sich Bierhefe sehr gut bewährt. Man kann die Bierhefe entweder als Formel Z Tabletten für Katzen in der Apotheke oder aber als ganz normale Bierhefetabletten ohne Zusatzstoffe in jedem Drogeriemarkt kaufen.

Hiervon gibt man täglich eine Tablette über 4 Wochen, entweder direkt als Leckerchen oder zu Pulver zerrieben über das Futter. Nach diesen vier Wochen reicht es in der Regel, nur noch 2-3 mal die Woche 1 Tablette zu verabreichen. Wenn nicht, kann man die tägliche Darreichungsform auch beibehalten. Sollte die Katze stark befallen sein von Flöhen oder Zecken, kann man auch eine Tablette zerreiben und der Katze das Pulver äußerlich ins Fell und auf die Haut reiben.

Bierhefe ist in keinster Weise schädlich, sondern hat auch noch den wunderbaren Nebeneffekt, dass sie gut für das Fell, die Krallen und die Haut ist, denn kein Lebensmittel ist so reich an B-Vitaminen wie die Bierhefe.

Wie wirkt Bierhefe?

Bierhefe bewirkt, dass die Katzen ein Hautmillieu bekommen, welches nicht nur für Zecken, sondern auch für Flöhe und Milben sehr unattraktiv ist. Da die Parasiten sich ihre Opfer nach Geruch aussuchen, kommen sie entweder gar nicht erst auf die Katze oder aber bemerken ziemlich schnell ihren Irrtum und wandern ab, weil sie kein Bedürfnis mehr haben, die Katzen zu stechen. Katzen stört der Bierhefegeruch überhaupt nicht. Im Gegenteil, Katzen mögen ihn sogar sehr gern.

Bernstein, Homöopathie und Bachblüten gegen Flöhe und Zecken

Es gibt auch wunderbare Bernsteinketten zur Zeckenabwehr, die aber eher etwas für Hunde sind, da man Freigänger-Katzen keine Ketten und Halsbänder umhängen sollte. Aber man kann durchaus einen Bernstein mit ins Körbchen bzw. auf die Lieblingsschlafplätze legen.

Auch mit Homöopathie (Globuli und Tinkturen) und Bachblüten kann man hervorragend Parasiten vorbeugen oder Parasitenbefall behandeln. Es seien hier nur einige Mittel genannt wie etwa Sulfur, Silicea, Ledum, Calendula, Crab Apple usw. Die Mittelauswahl hängt von der Art der Parasiten und der Konstitution der Katze ab.

Deswegen sollte man immer einen Tierheilpraktiker zu Rate ziehen, um das richtige Mittel und die richtige Dosierung zu finden. Fragen hierzu beantworte ich auch gern über die Kommentarfunktion oder per Mail info@katzenfluestern.de

Und was habt Ihr für Tipps gegen Zecken?

Natürliche Floh- und Zeckenabwehr

2 Gedanken zu „Natürliche Floh- und Zeckenabwehr

  • März 17, 2019 um 6:39 am
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    Unsere Katzen bekommen alle Fomel Z, die sie lieben. Ab und an bringen sie trotzdem mal eine Zecke mit, Manchmal hat man Glück und sieht sie auf dem Fell krabbeln und kann sie noch absammeln, manchmal saugen sie sich doch noch fest, so erst kürzlich bei unserer frechen Susi. Wir konnten das Biest schnell entfernen. Trotz Formel Z hatte unser Kater Herr Karl, der Verschollene, einen erheblichen Flohbefall. Nicht nur deshalb tragen unsere drei Hausgenossen Halsbänder, die auf biologischer Basis, gegen Parasiten wirken sollen. (Siehe Susi) Diese Kunststoffbänder sind mehrfach eingeschnitten und reißen schnell. Wirklich, der Kater blieb unter dem Bett und ich hatte das zerissene Halsband. an dem ich ihn hervorziehen wollte, in der Hand. Ein Halsband signalisiert auch, dass die Katze ein Zuhause hat und kein Streuner ist und wird dann hoffentlich nicht geklaut.

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    • März 18, 2019 um 9:51 am
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      Liebe Hedwig, wohl wahr, natürlich gibt es hartnäckige Fälle, wo man auch mal auf die Chemie zurückgreifen muß. Ganzheitlich betrachtet sollte man dann aber auch immer einmal schauen, warum die Parasiten genau diese Katze so besiedeln und wo das Immunsystem ggf. seine Schwäche hat. Diese eingerissenen Kunststoffbänder kenne ich noch nicht. Hast Du da vielleicht einen Herstellernamen für mich, damit ich sie mir mal im Internet ansehen kann. Das wäre schön. Ansonsten habe ich beruflich halt schon mit vielen Fällen zu tun gehabt, wo eben die Kombination Katze und Halsband zu einem sehr tragischen oder gar tödlichen Ende geführt hat. Deswegen warne ich immer lieber einmal mehr davor, damit mehr Menschen zumindest achtsam damit umgehen. LG

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