Ruhig war es auf meinem Blog … ruhig ist es jetzt auch hier Zuhause … ohne meine geliebte Miss Momi.

Lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen. Das hatte seinen Grund, denn meine geliebte Miss Momi (Momo) war sehr krank. Drei Monate nach dem Tod von meinem Herzenskater Teddy 2018 ist die Momi an einer Schilddrüsenüberfunktion erkrankt. Angeblich kein so großes Problem, denn dafür gibt es doch Tabletten, sagte die Tierärztin.

Aber meine Süße hat die Tabletten nicht vertragen (was leider kein Einzelfall ist) und eine Radiojodtherapie kam aufgrund ihres Alters bzw. der 14-tägigen Quarantäne danach nicht in Frage. War die Dosis des Medikaments zu hoch, kratzte Momi sich alles auf, hatte zuckende Beinchen, wenig bis keinen Appetit, schlief nur noch und wurde zunehmend apathisch.

Ich habe mit Momi alle Tabletten und Säfte ausprobiert, die es gegen Schilddrüsenüberfunktion gibt, aber es war einfach nichts zu machen. Ich konnte ihr nur einen Bruchteil der Dosis geben, die sie gebraucht hätte, damit ihre Schilddrüse wieder einen “Normalwert” erreicht.

Momo ging es mit der geringeren Dosis lange Zeit ganz gut, denn mit Mitteln aus der Naturheilkunde konnten wir die geringe Dosis etwas ausgleichen und sie hatte auch wieder zugenommen. Aber mein geliebtes kleines Katzenmädchen wurde ab Juni diesen Jahres noch empfindlicher, was die Tabletten anging und wollte nicht mehr so gerne fressen. Wir bekamen vom Tierarzt Tabletten, die den Appetit anregen und anfangs funktionierte das mal mehr mal weniger gut. Oft saß ich stundenlang bei Momo und habe versucht ihr Futter und ihre Tabletten zu geben. Ich hatte große Angst um meine süße Maus. Unsere jungen Katerchen Jimmy und Rocky waren immer ganz lieb zu ihrer Momi und so haben wir noch einen schönen Sommer zusammen verbracht.

Sommer war es auch als Momolinchen (damals hieß sie noch Miezzi) 2007 zu uns kam. Sie wurde von irgendjemandem einfach ausgesetzt, lebte etwa zwei Jahre auf der Straße und wurde von meiner Familie vorerst aufgenommen. Doch vier Katzen waren einfach zuviel in einer Wohnung und ich habe die süße Maus zu uns nach Hause geholt. Teddy war damit damals überhaupt gar nicht einverstanden, ist die Wände hochgegangen vor Wut und Momo hatte zuerst furchtbare Angst.

Die erste Begegnung zwischen Miss Momi und mir. Damals lebte sie noch draußen.

Ich habe ihr im “Eingewöhnungszimmer” Geschichten vorgelesen, damit sie sich an meine Stimme gewöhnt. Irgendwann kam sie zum fressen raus, dann näher und näher zum kuscheln und dann mußten wir gemeinsam nur noch Teddy überreden, dass sie bleiben darf. Sie durfte und Momo und Teddy wurden beste Freunde.

Momi war eine so bescheidene kleine Maus und man merkte ihr immer an wie dankbar sie für ihr schönes neues Zuhause ist. Ein warmes weiches Plätzchen, was zu futtern und ganz viel Liebe und Kuscheleinheiten. Das war es, was die Momi liebte.

Trotz Ihrer schlimmen Vergangenheit und auch nach ihrer Erkrankung hatte meine süße Momi immer so viel Lebensfreude und drehte jeden Tag ihre Runden im Garten, saß mit mir auf der Decke auf dem Rasen und wir schauten zuerst Teddy und später den jungen Hüpfern dabei zu, wie sie auf dem Baum rumkletterten oder Insekten fingen. Währenddessen hat Momi Leckerlies geknabbert und ich habe ihr wunderschönes weiches Fell gekämmt. Sie hat das sehr genossen und ich auch. Das war “Mädchenzeit”.

Und nun ist sie nicht mehr . . . meine geliebte Miss Momi, mein Momolinchen, meine Schnullifee, meine Mausi, mein Herz, meine Süße, mein kleines Katzenmädchen….einfach nicht mehr da.

Ich mußte Miss Momi am 22. Oktober 2020 (der Geburtstag meiner Omi) ins Regenbogenland gehen lassen. Sie mochte einfach nicht mehr essen und auch nicht mehr trinken. Sie hat in der Woche und am Tag vorher noch Infusionen bekommen, aber nichts hat mehr geholfen. Ein bißchen Sahne hat sie in der letzten Nacht noch geschleckt, ein kleines Stückchen ihres Lieblingsessens Ente verspeist. Und dann war sie am Morgen so schwach, dass sie sich nach ein paar Metern immer hinlegen mußte. Sie wollte noch einmal ihre Trinkrunde im Garten gehen und ich habe ihr dabei geholfen und dann sah sie mich an und ich wußte, dass jetzt, genau jetzt der Zeitpunkt gekommen war, sie gehen zu lassen. Meine kleine Maus konnte und wollte nicht mehr und ich wußte, wir würden diesen letzten Weg jetzt gemeinsam gehen müssen.

Miss Momi und ich haben noch zusammen gekuschelt und sie schnurrte ein letztes Mal und dann mußten wir los zum Tierarzt. Eigentlich hätte ich gern den Tierarzt zu uns kommen lassen, aber in Zeiten von Corona kommt kein Tierarzt zu einem nach Hause. Ich war schon froh, dass wir in der Mittagspause der Praxis kommen durften und nicht warten mußten. Mein Mann stand hinter mir, ich nahm sie in den Arm und schon nach der ersten Spritze war sie sofort im Schlummerland, schon halb auf der Regenbogenbrücke und irgendwann ging sie dann ganz.

Am 26.10.2020 haben wir Miss Momi zum Tierkrematorium gefahren und ihre Asche auch anschließend gleich wieder mit nach Hause genommen. Einer ihrer Lieblingsplätze war ein blaues Katzenhäuschen, in dem sie im Sommer nachts gern draußen auf der Terrasse schlief. Zwischendurch kam sie immer zum Kuscheln rein. Sie hat ihr Häuschen geliebt und genau so eines habe ich ihr als Urne nachgebaut. Miss Momi ruht nun wieder in ihrem Häuschen.

Meine Maus muß nun keine Tabletten mehr schlucken und keine Infusionen mehr ertragen und auch keine Angst mehr haben, dass wieder einmal ein Tierarztbesuch nötig ist. Die letzten Monate haben wir dank Home-Office fast 24 Stunden am Tag zusammen verbringen dürfen und unsere Bindung war so immens stark. Sie hat so viel Freude in mein Leben gebracht und ihr süßes Miauen fehlt mir so sehr, ihr Blick, unsere Gartenspaziergänge, ihr schönes weiches Fell. Meine Schnullifee fehlt mir unendlich und ich bin einfach nur todtraurig.

Meine Süße, ich vermisse Dich so sehr. Es ist trotz der frechen Kater so leer und still hier ohne Dich. Mach´s gut mein kleines Mädchen. Danke, für die schöne Zeit, die vielen schönen Jahre, die Du mir geschenkt hast. Ich werde Dich immer lieb haben.

Miss Momi ist im Regenbogenland
2+

10 Kommentare zu „Miss Momi ist im Regenbogenland

  • November 30, 2020 um 6:59 pm
    Permalink

    Liebe Ilona,
    sowas zu lesen schnürrt jedem Katzenfan den Hals ab, vor allem dann, wenn man es schon selbst durch hat. Und es erinnert einen unweigerlich wieder an die eigenen Verluste.
    Auch wenn ich es dir schon einmal gesagt habe fühle dich ganz lieb umarmt und gedrückt. Ich schicke dir noch einmal ganz viel Kraft und Trost aber auch Hoffnung und Zuversicht solange bis es dir besser geht.

    LG Gabi

    0
    Antworten
  • November 26, 2020 um 10:19 am
    Permalink

    Vielen lieben herzlichen Dank für die lieben Worte und Nachrichten, die ich erhalten habe. Das hat mich wirklich sehr berührt. Ich kann nicht alle Nachrichten einzeln beantworten, weil ich dann immer weinen muß. Deswegen auf diesem Wege meinen allerliebsten Dank und bleibt alle gesund in dieser turbolenten Zeit. <3 <3 <3 LG Ilona

    1+
    Antworten
  • November 23, 2020 um 7:41 am
    Permalink

    So traurig. Fühl Dich gedrückt, liebe Ilona. Du hast wunderschöne Bilder zusammengestellt. Ein Katzenleben.

    1+
    Antworten
  • November 22, 2020 um 1:16 pm
    Permalink

    Das tut mir so leid. :.( ich weiß wie traurig sowas ist. Alles Liebe für die Zukunft.
    Beste Grüße aus Lübeck
    Maria

    1+
    Antworten
  • November 22, 2020 um 12:50 pm
    Permalink

    Liebe Ilona,
    auch ich weiß, wie Du dich fühlst. Mein geliebter Buddy hat auch trotz 3 weiterer Katzen eine große Lücke hinterlassen. Aber Du wirst sie immer im Herzen und in den Gedanken bei Dir haben!
    Conny

    1+
    Antworten
  • November 22, 2020 um 12:33 pm
    Permalink

    Ich kann deine Trauer sehr gut verstehen. Deine Miez war etwas Besonderes und so ein Abschied ist schmerzhaft. So ging es mir 21.10.09 mit meiner Hündin Jule… Über 14 Jahre war sie geliebtes Mitglied unserer Familie. Das Loslassen fiel mir auch sehr schwer…
    Fühle dich gedrückt. Liebe Grüße, Susanne

    1+
    Antworten
  • November 22, 2020 um 12:16 pm
    Permalink

    Ach je – sie nehmen wirklich immer ein Stück unseres Herzens mit….wir mussten uns im März von unserem Hundemädchen verabschieden. Nach 14 Jahren…Die 2 Katzen haben etwas von der Trauer aufgefangen – aber es hat ein lebhafter Hund gefehlt.
    Ich fühle mit dir und muss mir auch ein paar Tränen wegwischen. Alles Liebe.

    1+
    Antworten
  • November 22, 2020 um 12:08 pm
    Permalink

    liebe ilona, ich kann gar nicht den ganzen text lesen, weil ich schon jetzt traurig bin.
    mein herzliches beileid. alles liebe.

    1+
    Antworten
  • November 22, 2020 um 11:57 am
    Permalink

    Mein zutiefst empfundenes Mitgefühl!
    Ich habe das auch schon mitgemacht und weiß, wie untröstlich man ist. Es zerreißt einem das Herz

    Traurige Grüße
    Birgit

    1+
    Antworten
  • November 22, 2020 um 11:49 am
    Permalink

    Liebe Ilona, ich sitze hier und die Tränen kullern. Es tut mir sehr Leid. Ich denke an Dich! Viele liebe Grüße aus Berlin.

    1+
    Antworten

Ich freue mich über jeden Kommentar, denn mich interessiert Deine Meinung.

%d Bloggern gefällt das: