Die Schilddrüsenüberfunktion / Hyperthyreose bei der Katze ist die häufigste endokrinologische Erkrankung bei Katzen und etwa jede 5. Katze ab 10 Jahren ist davon betroffen. Es handelt sich bei der Schilddrüsenüberfunktion um eine chronische Erkrankung, die laut Wissenschaft nicht heilbar ist, aber bei der es durchaus zu einer Remission (einem vorübergehendem oder dauerhaftem Rückgang) kommen kann. Bei einer guten Einstellung (Medikamente, Alternativmedizin, Ernährung), keiner weiteren Organbeteiligung (Leber, Nieren, Herz) haben die Katzen eine normal durchschnittliche Lebenserwartung und können sehr alt damit werden.
Hauptsymptome einer Schilddrüsenüberfunktion / Hyperthyreose
Die Hauptsymptome einer Schilddrüsenüberfunktion der Katze sind
Durchfall und/oder Erbrechen
vermehrter Harnabsatz – ständig Durst
Unsicherheit und/oder plötzliche Ängstlichkeit / Verstecken
Beschleunigte Atmung
Struppiges stumpfes Fell
Aggressivität
Nervosität
Gewichtsverlust bei erhöhtem Appetit bzw. unstillbarem Hunger
erhöhtes Kotvolumen
erhöhte Aktivität bis hin zu Unruhe / „ständig unter Strom“
Ursachen der Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze
Die genauen Ursachen der Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Zu 98% handelt es sich um gutartige Tumore, sogenannte Adenome, die zu einer übermäßigen Produktion von Schilddrüsenhormonen führen. Aber auch auf Umweltfaktoren wie Chemikalien oder sehr jodhaltiges Futter gibt es Hinweise. Das würde auch die Häufung von Schilddrüsenüberfunktion in den letzten Jahren bei Katzen erklären. Vor allem ältere Katzen ab etwa zehn Jahren sind von der Hyperthyreose betroffen.
Kann man einer Schilddrüsenüberfunktion vorbeugen?
Es ist nicht erwiesen, wie und ob man einer Schilddrüsenüberfunktion bei seiner Katze vorbeugen kann. Aber es gibt Hinweise darauf, dass der Einsatz von vielerlei Chemikalien im Umfeld der Katzen (Katzenstreu, Haushaltsreiniger, Waschmittel, chemische Geruchsneutralisierer) ein Auslöser sein könnte. Kleiner Tipp am Rande: Hier kann ich nur immer wieder NATRON empfehlen, absolut chemiefrei und geruchsneutral! => Geruchskiller Natron | Gerüche entfernen, Reinigen, Desinfizieren
Ebenso sollte man seine Katze artgerecht und auch „jodnormal“ ernähren, da zu viel Jod die Schilddrüse befeuert. Viele Futtersorten und auch Nahrungsergänzungen enthalten sehr viel Jod. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Futtersorten nicht zu viel oder zu häufig Seefisch oder Algen und zu viel (Jod)Salz enthalten. Minderwertiges Katzenfutter enthält oft Schlachtabfälle, die u.a. auch aus Schilddrüsengewebe der Schlachttiere bestehen. Auch hier wird ein Zusammenhang vermutet.
Eine weitere Voraussetzung für ein gesundes Leben ist, dass die Katze ein artgerechtes Leben führen kann und all ihre Bedürfnisse befriedigt werden. Aber auch wenn man alles beachtet und die Katze artgerecht ernährt und gehalten wird, besteht keine Garantie, dass der Liebling nicht trotzdem eine Schilddrüsenüberfunktion entwickelt. Es kommt auch immer auf die (genetische) Vorgeschichte und die Konstitution jeder einzelnen Katze an.
Therapien der Schuldmedizin bei Schilddrüsenüberfunktion
In der Tiermedizin sagt man, die Schilddrüsenüberfunktion / Hyperthyreose bei der Katze soll gut behandelbar sein, jedoch gestaltet sich die Therapie für Katzenhalter manchmal als große Herausforderung. Diese Erfahrung musste auch ich machen. Im Jahr 2019 erkrankte meine Katze Momo (Miss Momi) an einer Schilddrüsenüberfunktion (SDÜ). Leider gestaltete sich die medikamentöse Einstellung als sehr schwierig und meine Recherchen ergaben, dass Momo kein Einzelfall war. Ich stieß auf sehr viele verzweifelte Katzenhalter, deren Katzen die tierärztlich verordnetet Therapie überhaupt nicht vertrugen. Auch Momo kratzte sich ihre gesamte Stirn auf, war komplett apathisch und verhaltensverändert, fraß nicht mehr und hatte Durchfall. Da begann mein und Momos Weg, Möglichkeiten zu finden, auf die man ausweichen kann, wenn eine Katze eines oder mehrere der Mittel nicht verträgt.
Thiamazol (Thyronorm, Thyrozol, Felimazole) oder Carbimazol (Vidalta)
Es gibt zum einen Thyronorm bzw. Thyrozol, beides Lösungen, die verhältnismäßig gut von den Katzen angenommen werden. Dann gibt es Felimazole Tabletten, die den gleichen Wirkstoff (Thiamazol) wie Thyronorm und Thryrozol enthalten. Für manche Katzenhalter ist die Gabe einer Tablette einfacher, für die anderen Katzenhalter die Verabreichung der Lösung. Hier muss immer ganz individuell geschaut werden, was für die Katze und ihren Menschen am besten ist.
Dann gibt es noch Vidalta Tabletten, welche den Wirkstoff Carbimazol enthalten. Carbimazol ist die Vorstufe des Thiamazol, ein sogenanntes „Prodrug“ und wird erst im Darm in Thiamazol umgewandelt, weswegen die Nebenwirkungen im Magen-/Darmbereich und die Hautreaktionen geringer sind als bei Thiamazol.
Vidalta wird in der Tiermedizin meist erst eingesetzt, wenn Katzen Thyronorm, Thyrozol oder Felimazole nicht vertragen. Das ist leider viel häufiger der Fall, als es öffentlich bekannt ist. Vermutlich liegt es auch daran, dass Nebenwirkungen häufig einfach nicht gemeldet werden. Aber die Welt da draußen ist voll von Katzen, die mit Nebenwirkungen der Schilddrüsenmedikamente zu kämpfen haben. Laut Datenblatt von Thyronom sind das u.a.
Erbrechen
Appetitlosigkeit/Anorexie
Übelkeit
Lethargie
starker Juckreiz und Abschürfungen an Kopf und Hals (blutige aufgekratzte Stellen an der Stirn und am Hals)
hämatologische Anomalien (Eosinophilie, Lymphozytose, Neutropenie, Lymphopenie, leichte Leukopenie, Agranulozytose, Thrombozytopenie oder hämolytische Anämie)
Verhaltensveränderungen
Durchfall
Bei Thyrozol und Felimazole sieht das nicht anders aus. Laut Beipackzettel verschwinden in der Regel innerhalb von 7 – 45 Tagen nach Beendigung der Thiamazol-Therapie die Nebenwirkungen wieder. Aber was ist in diesen 7 bis zu 45 Tagen? Da benötigt eine Katze mit Schilddrüsenüberfunktion nun ein Medikament, welches sie nicht verträgt und hat neben den Symptomen der Schilddrüsenüberfunktion auch noch bis zu 45 Tage mit Nebenwirkungen zu kämpfen.
Carbimazol
Am verträglichsten bei der Schilddrüsenüberfunktion / Hyperthyreose ist Carbimazol aus der Humanmedizin. Das liegt daran, dass es Carbimazol für Katzen als Vidalta Tabletten aktuell nur als 15mg tägliche Einmaldosis (nicht teilbare Dragees) gibt. Für viele Katzen ist 15mg jedoch überdosiert, denn nicht jede Katze verträgt die gleiche Dosis. Katzen sind Individuen mit unterschiedlichen Konstitutionen, Vorerkrankungen, Bedürfnissen und eine 3 kg Katze verträgt natürlich nicht genauso viel wie ein 7 kg Kater. Dafür muss man kein Tiermediziner sein, das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand, dass in der Dosis-Rechnung etwas nicht stimmt. Viele Katzen vertragen es auch besser, wenn ihre Tagesdosis in 2-3 Einzeldosen eingeteilt ist. Ich wünsche mir, dass die Pharmaindustrie da zeitnah endlich einmal nachbessert.
Carbimazol aus der Humanmedizin
In der Humanmedizin gibt es Carbimazol als 5mg Tabletten, die noch dazu sehr leicht teilbar sind. Somit kann man mit einer kleinen Menge Carbimazol beginnen, um gemeinsam mit einem ganzheitlich arbeitenden Tierarzt die richtige Dosis für seine Katze herausfinden. Das bestätigen mittlerweile auch viele meiner Klienten und viele Erfahrungsberichte im Internet. Auch auf der Webseite der Berliner Stadtkatzen e.V. gibt es Erfahrungsberichte mit Alternativen und Lösungen zu den Standardtherapien. Meinen eigenen Erfahrungsbericht mit meiner kleinen Momo habe ich auch veröffentlicht, um anderen Menschen zu zeigen, dass sie nicht allein sind mit ihrem Problem => Momo und die Hyperthyreose
Carbimazol aus der Humanmedizin darf aber nicht einfach so verordnet oder gekauft werden. Es muss von einem Tierarzt umgewidmet und rezeptiert werden. Nur dann erhält man es auch für seine Katze in der Apotheke. Mittlerweile hat sich aber bei vielen Tierärzten herumgesprochen, dass dieses eine gute Alternative zu den häufig nicht verträglichen Medikamenten für Katzen ist. Aber auch hier gibt es noch Katzen, die auch Carbimazol nicht gut vertragen und es insbesondere zu den Verhaltensveränderungen und den Hautproblemen (s.o.) kommt.
Alternativen zur medikamentösen Therapie
Thiamazol-Salbe
Mittlerweile gibt es noch die Möglichkeit, das Schilddrüsenmedikament mittels einer Salbe zu verabreichen, die innen auf die unbehaarte Haut der Ohrmuschel aufgetragen wird. Diese Salbe wird von einem Apotheker auf Rezept eines Tierarztes angemischt. Die Römer-Apotheke hat hierfür eine sehr interessante Informationsbroschüre herausgegeben => Informationsbroschüre Thiamazol-Ohrsalbe der Römer-Apotheke
Operation und Radiojodtherapie Hyperthyreose der Katze
Für jüngere Katzen und Katzen ohne Nierenfunktionsstörung kommt auch die chirurgische Entfernung des Adenoms in Frage oder eine Radiojodtherapie. Diese wird in Deutschland nur in wenigen Tierkliniken durchgeführt. Zwei davon sind die Uni Giessen und die Tierklinik Norderstedt. Für Katzenhalter aus dem Süden von Deutschland kommen auch noch die Kliniken in Gent/Belgien und in Lienden/Niederlande in Frage. Dort ist auch die Aufenthaltsdauer der Katzen nach der Therapie kürzer, so dass sich viele Katzenhalter für diese Kliniken entscheiden. Laut der Tierklinik Norderstedt führt bei 95 Prozent der therapierten Katzen eine einmalige Radiojodtherapie zur Normalisierung der Schilddrüsenfunktion nach zwei bis drei Wochen. Für Katzen mit einer eingeschränkten Nierenfunktion bestehen besondere Risikofaktoren, die in der jeweiligen Klinik geklärt werden müssen.
Kontrolle der Blutwerte
Ganz wichtig ist es auch, dass man die Blutwerte (zumindest anfangs) engmaschig kontrollieren lässt, damit man die Schilddrüsenmedikamente nicht überdosiert und damit man schauen kann, ob das Medikament negative Auswirkungen auf die Organe hat. Eine Schilddrüsenüberfunktion kann auch eine Niereninsuffizienz verschleiern. Das liegt daran, dass die überschießende Hormonproduktion der Schilddrüse den Organismus übermäßig anfeuert und alle Organe auf Hochtouren arbeiten. Deswegen haben Katzen mit SDÜ (je nach Dauer) häufig auch einen erhöhten Blutdruck und Puls und fressen wie „Scheunendrescher“, nehmen aber trotzdem an Gewicht ab.
Und die Nieren laufen auch auf Hochtouren. Wird die SDÜ nun behandelt, nimmt sich die Schilddrüse wieder zurück und Blutdruck und Puls können wieder auf Normalwerte zurückgehen. Aber es können auch Schäden zurückbleiben am Herzen oder auch an den Nieren, die erst bei einer „normalen“ Schilddrüsenfunktion sichtbar werden. Deswegen ist es sehr wichtig, auch den Nierenfrüherkennungswert SDMA beim Blutbild bei einer Schilddrüsenüberfunktion immer mit testen zu lassen.
Homöopathie bei Schilddrüsenüberfunktion der Katze
Mittlerweile konnte ich in meiner Praxis vielen Katzenhaltern erfolgreich begleitend zur Seite stehen. Für mich war die Erkrankung von Momo der Anlass, mich in der Tierhomöopathie immer weiterzubilden in Bezug auf spezifische Katzenkrankheiten wie die Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) oder auch die chronische Niereninsuffizienz und mich darauf zu spezialisieren. Es gibt viele Möglichkeiten, den Nebenwirkungen tierhomöopathisch entgegen zu wirken. So kann man den Juckreiz behandeln oder aber auch die Organe (Leber und Nieren) schützen, unterstützen und sogar regenerieren (Leber). Und es gibt sogar die Möglichkeit, durch tierhomöopathische Unterstützung die Dosierung der herkömmlichen Schilddrüsenmedikamente so zu reduzieren, dass keine Nebenwirkungen mehr auftreten. Ich habe Katzenpatienten, bei denen es ausschließlich durch eine homöopathische Therapie zu einer Remission / einem dauerhaftem Rückgang der Hyperthyreose gekommen ist. Die Schilddrüsenwerte sind seit langer Zeit ohne schulmedizinische Medikation wieder im Normbereich. Das sind eher die Ausnahmen, aber Ausnahmen bestätigen nun einmal die Regel.
Die Auswahl der homöopathischen Mittel und auch Bachblüten erfolgt wie bei allen Erkrankungen immer ganz individuell. Jede Katze zeigt ihre eigenen Symptome auf die Schilddrüsenüberfunktion oder Medikamente.
Online-Beratung bei Schilddrüsenüberfunktion
Ich benötige für eine Online-Beratung die Blutuntersuchungsergebnisse, den Krankheitsverlauf und auch Fotos der Katze, um mir ihren Körperbau und auch offensichtliche Nebenwirkungen wie aufgekratzte Stellen, kahle Stellen am Körper usw. genau anzusehen. Nur so kann ich mir auch aus der Ferne ein ganz individuelles Bild von der Katze, ihrer Konstitution und ihren Symptomen machen.
Natürlich bin auch ich kein Wunderheiler und kann niemals etwas versprechen. Aber ich kenne die Verzweiflung, Angst und Sorge, mit der man konfrontiert ist, wenn die medizinische Hilfe alles nur noch schlimmer machen zu scheint. Keiner muss in dieser Situation ganz allein vor diesem Problem stehen, für das es angeblich keine Lösung gibt. Wir erarbeiten diese Lösung gemeinsam.
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