Die Stiftung Warentest hat in der 5/2017-test-Ausgabe einen aktuellen Test zu 25 Nassfuttersorten für Katzen veröffentlicht. Auffällig ist leider auch bei diesem Test wieder, dass gerade die Katzenfuttersorten mit sehr gut abgeschnitten haben, die ich meinen Katzen niemals geben und als Tierheilpraktikerin niemals einem Katzenhalter empfehlen würde.

Eigentlich hatte ich den Test gelesen, mit dem Kopf geschüttelt, abgeheftet und für „nicht aussagekräftig“ befunden. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass dieser Test so eine Riesenwelle nach sich zieht, doch in den letzten Tagen habe ich dann gesehen, wie die Presse das Ergebnis aufgenommen und daraus folgende Schlagzeilen gemacht hat:

  • Nur das Beste für den Stubentiger – aber muss es wirklich das Teuerste in der edelsten Verpackung sein? (www.focus.de)
  • Gutes Katzenfutter muss nicht teuer sein (www.t-online.de)
  • Das beste Katzenfutter kostet 23 Cent pro Tag …(www.rp-online.de)
  • Katzen würden billig kaufen…  Bereits für 23 Cent am Tag kann der Stubentiger optimal mit versorgt werden (www.bild.de)

Diese Schlagzeilen und viele besorgte Mails und Anfragen von Katzenhaltern haben mich dazu bewogen, doch noch eine Meinung zu dem Test abzugeben.

DER KATZENFUTTERTEST: 

Die Überschrift des Tests der Stiftung Warentest lautet: DER MIX MACHTS

Dieser Aussage stimme ich zu. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung hält die Katze gesund.

Für den Test zugrundegelegt wurde eine ausgewachsene „Modellkatze“ mit 4 kg Körpergewicht und leichtem Übergewicht (was lt. Stiftung Warentest der deutschen Durchschnittskatze entsprechen soll). Für mich stellt eine leicht übergewichtige 4 kg Katze die Minderheit der deutschen Hauskatzen dar, aber die Stiftung Warentest wird sich bei ihrer Modellkatze irgendetwas gedacht haben.

Was wurde getestet?

25 Alleinfuttermittel – alles Feuchtfutter – wurden auf folgende Kriterien mit prozentualer Gewichtung getestet:

  • Ernährungsphysiologische Qualität 60 % – Gehalt an Nährstoffen (Fett, Eiweiß, Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe)
  • Fütterungsempfehlungen (20%) – die angegebenen Fütterungsmengen, ob sie den Energiebedarf der Modellkatze (s.o.) decken
  • Schadstoffe 10% – gesundheitlich relevante Stoffe wie Blei, Arsen, Kadmium und Quecksilber
  • Deklaration und Werbeaussagen 10% – Korrektheit und Vollständig der Angaben auf den Packungen entsprechend den Vorschriften des Futtermittelrechts (inkl. Übersichtlichkeit und Lesbarkeit der Informationen)

Weiterhin getestet, aber ohne Einfluß auf das Testurteil wurde auf den Gehalt an Geschmacksverstärkern, Aromalockstoffen und Spuren von tierischen Bestandteilen wie Haare, Horn oder Borsten und auf Pestizide und Schimmelpilzgifte aus Getreide. Weiterhin als getreidefrei gekennzeichnete Produkte auf Gluten und Reisbestandteile.

Die Futtersorten und ihr Qualitätsurteil: (Quelle: Stiftung Warentest 5/2017 Seiten 58-64):

SEHR GUT

  • Gut und günstig – Zarte Stükchen mit Huhn in feiner Soße (Edeka)
  • Topic Zarte Mahlzeit mit herhaftem Rind und Huh (Aldi Nord)
  • Mieze Katz Saftige Stückchen in Sauce mit Geflügel und Leber (Norma)
  • Kitekat mit Thunfisch in Sauce
  • Sheba Classics in Pastete mit Ente und Huhn
  • Whiskas 1+ mit Geflügel in Terrine

GUT

  • Dein Bestes mit Geflügel und Leber in Sauce (DM)
  • Animonda Carny Adult Rind und Kabeljau mit Petersilienwurzel
  • Attica Feine Häppchen mit Geflügel (Netto Markendiscount)
  • Catz Finefood mit Huhn und Fasan

BEFRIEDIGEND

  • Cachet Classic Saftige Häppchen in Huhn (Aldi Süd)
  • Coshide mit Rind in Sauce (Lidl)
  • Bianca Zarte Stückchen in Sauce mit Huhn (Penny)
  • Ja! mit Huhn, zarte Stücke (Rewe)
  • Winston, saftige Häppchen mit Huhn in Sauce (Rossmann)
  • Real Nature Wilderness Adult Huhn und Lachs (Fressnapf)

AUSREICHEND

  • Granata Pet DeliCatessen Paté Ente und Geflügel
  • Purina Felix mit Lachs und Forelle in Gelee
  • Bioplan 50% Meat Paté mit Huhn und Karotten (Fressnapf)
  • Mac´s Lachs und Hühnchen

MANGELHAFT

  • Activa Gold Huhn und Lachs und Kürbis und Amarant (Futterhaus)
  • Defu – Katzenfutter vom Bio-Bauern Huhn „Sensitiv“
  • Gourmet Gold Feine Pastete Mousse mit Thunfisch
  • Terra Faelis Naturkost für Katzen – Huhn mit Kürbis und Katzenminze
  • Tundra Complete Catfood – Huhn pur

Ich habe mich aus Zeitgründen ausschließlich an der Zutatenliste des Testsiegers „Gut und günstig – Zarte Stückchen mit Huhn in feiner Soße (Edeka)“ orientiert:

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 4%Huhn), Getreide, Mineralstoffe, Zucker

Ich fragte mich, warum ausgerechnet ein Katzenfutter ohne Fleischanteilangabe (oder sind das die 4% Huhn?), Getreide, Mineralstoffen und Zucker in einem Katzenfuttertest als Testsieger hervorgeht. Ich ging auf die Suche nach einer Antwort und wurde fündig.

Stiftung Warentest schrieb am 03.05.2017 in einem der Kommentare auf ihrer Internetseite (ich zitiere):

„Alle für die Katze notwendigen Nährstoffe müssen in einem ausreichenden und ausgewogenen Verhältnis in einem Alleinfutter enthalten sein. Dies ist bei den von unseren mit „sehr gut“ und „gut“ getesteten Produkten der Fall. Wie hoch dabei z.B. der Anteil an Fleisch oder Fleischerzeugnissen ist, ist hier nicht ausschlaggebend. Ein hoher Fleischanteil im Futter bedingt nicht automatisch einen ausgewogenen Nährstoffgehalt und damit eine gute ernährungsphysiologische Qualität des Futters. Fehlen wichtig Nährstoffe, sind sie überdosiert oder stehen in einem ungünstigen Verhältnis zueinander, ist das Futter für die Katze nicht ausgewogen und wird von uns entsprechend negativ bewertet.“

Ich halte das für eine sehr denkwürdige Aussage, denn ein hoher qualitativ guter Fleischanteil bedingt schon einen ausgewogenen Nährstoffgehalt und eine gute ernährungsphysiologische Qualität des Futters. Der Organismus von Katzen ist nach wie vor auf Fleisch ausgerichtet. Katzen sind Carnivoren (Fleischfresser). Sie benötigen viel tierisches Eiweiß, um ihren Organismus gesund zu halten. Eine detaillierte Aufstellung über die Katzenernährung habe ich unter dem Blogbeitrag „Würden Katzen Mäuse kaufen“ für die interessierten Katzenhalter zusammengefaßt.

Bei der Ernährung mit Fertigfutter ist es wichtig, dass man darauf achtet, dass hochwertige Futtermittel verwendet werden, die einen möglichst hohen Anteil an tierischem Eiweiß und nur einen geringen bis gar keinen Anteil an pflanzlichem Eiweiß (Getreide, Geschmacksverstärker) aufweisen. Katzen benötigen zur Deckung ihres Energiebedarfs wenig bis keine Kohlenhydrate, weil sie diese kaum verwerten können. Ihr gesamtes Verdauungssystem ist auf das Fleischfressen ausgerichtet.

Sind pflanzliche Eiweiße zugefügt, sollte es sich zumindest um hochverdauliche Getreidesorten wie z.B. Reis handeln. Pflanzliche Eiweisse in Form von Getreide sind ansonsten billige Füllstoffe, die für die Katzen ungesund und schädlich sind, was sich z.B. in gesundheitlichen Problemen am Bewegungsapparat, Nieren-, Leber- und Blasenerkrankungen, Bildung von Harnkristallen, Verdauungsproblemen, Arthritis/ Arthrose und auch Stoffwechselstörungen spatestens im Alter bemerkbar machen kann.

Tierische Nebenerzeugnisse bedeuten in der Regel nichts anderes als Schlachtabfälle, die für den menschlichen Verzehr nicht zugelassen sind. Damit eine Katze diese Schlachtabfälle überhaupt frisst, werden diese mit Zucker, Geruchs- und Geschmacksverstärkern (z.B. Aroma, Weizenprotein, Hefeextrakt, Maltodextrin, Trockenmilcherzeugnis, pflanzliches Eiweiß, Glutaminsäure), Konservierungs-, Farb- und Lockstoffen und Fetten (z.B. Abfallfette) „appetitlicher“ für die Katze und ansehnlicher für den Menschen gemacht.

Ohne Geschmacksverstärker und Aromastoffe würden unsere Katzen das minderwertige Futter (aus Schlachtabfällen und Getreide) niemals fressen, weil ihr Instinkt sie dafür schützen würde und ohne Zucker würden Sie Ihrer Katze das niemals servieren (extrem unansehnlich und stinkend).

Die Stiftung Warentest schreibt in ihrem Test, dass Zucker Katzen nicht locken kann, weil Katzen ihn nicht schmecken können. Er sorgt im Futter für den Karamellton. Ausserdem wäre der Zuckergehalt der 25 Produkte unproblematisch.

Katzen können in der Tat süß nicht oder nur wenig schmecken. ABER: Für Katzen ist Zucker sogar sehr problematisch. Zucker hat in Katzenfutter schlichtweg nichts zu suchen. Es macht das Futter für den Menschen ansehnlich, aber die Katze krank. Zucker fördert Karies, schädigt die Zähne und jeder weiß, dass auch bei uns Menschen Zucker Diabetes fördert. Frei- und wildlebende Katzen haben kein Diabetes. Bei Hauskatzen wird das mittlerweile zur „Volkskrankheit“.

Positiv finde ich, dass in dem Test aufgezählt wird, welche Nährstoffe wichtig sind für Katzen und auch darauf hingewiesen wird, dass eine Nahrungsumstellung sich schwierig gestalten kann, aber Tipps aufgezeigt werden, wie sie möglich ist. Es gab auch noch Kommentare zu Werbeaussagen, die ich im weiteren aber nicht mehr aufführe, da meiner Meinung nach sowieso niemand der Werbung glauben sollte.

Mein Fazit:

Der Test gibt für mich Aufschluß darüber, ob genügend Nährstoffe in den getesteten Futtersorten enthalten sind, ob die Werbeaussagen korrekt sind, ob die Deklaration klar ist und ob Schadstoffe enthalten sind, welche in allen Sorten jedoch nur mit unbedenklichem Gehalt zu finden waren. PUNKT.

Dass die Nährstoffe bei minderwertigem Futter kostengünstig künstlich hinzugefügt werden müssen, wird in diesem Test leider nicht erwähnt. Ich kann mich als Mensch auch von „Fast Food“, Fertigprodukten und Süßigkeiten ernähren und mich zusätzlich künstlich mit Nährstoffen versorgen in Form von Vitamin- und Nährstofftabletten. Dass das auf Dauer aber für die Organe und den gesamten Stoffwechsel ungesund ist, weiß jedes Kind. Warum sollte das dann für Katzen gesund sein?

Über die Qualität der Rohstoffe und Inhaltsstoffe, über den Fleischanteil, der das wichtigste ist bei der Katzenernährung, sagt dieser Test für mich NICHTS aus, was aber auch nicht Grundlage des Testes war. Ich hätte ihn als wissenschaftliche Analyse zu Nährstoffen so hingenommen und akzeptiert. Als reine Faktensammlung.

Wer aber, wie die Stiftung Warentest, die Aussage trifft, dass man anhand dieses Testes zu der Überzeugung kommt, dass
„Katzenhalter ihre Schmusetiger schon ab 23 Cent pro Tag sehr gut versorgen können“

disqualifiziert sich meiner Meinung nach selbst. Schon der gesunde Menschenverstand verbietet mir, diese Aussage als seriös und glaubhaft anzusehen. Mit einem gesunden Menschenverstand und ein wenig Sachverstand wird jedem sofort klar sein, dass die Ernährung einer Katze für 23 Cent am Tag (6,90 Euro im Monat !) auf Kosten der Gesundheit des Tieres gehen muß. Sie kann weder ausgewogen noch gesundheitsförderlich sein. Ich bin davon überzeugt, dass kein Futtermittelhersteller für diesen Tagesrationspreis ein artgerechtes gesundheitsförderliches Produkt auf den Markt bringen kann. Zieht man die Kosten für Herstellung, Transport, Verpackung usw. ab, bleibt am Ende fast NICHTS für qualitativ hochwertige Rohstoffe.

Die gesündeste Ernährung für eine Katze ist übrigens nach wie vor die ganze Maus. Dieser Meinung ist auch Stiftung Warentest. Leider schreiben sie aber auch, dass heutzutage Hauskatzen Mäuse meist nur noch aus Jagdinstinkt erbeuten würden. Wer ihnen das erzählt hat, steht da nicht, aber ich habe tagtäglich mit Katzen und ihren Menschen zu tun und die Freigänger-Hauskatzen, die ich kenne, ernähren sich durchaus noch von Beutetieren.

Der Test der Stiftung Warentest zum Katzenfutter hat für mich keine Aussagekraft über die Qualität eines gesunden und „artgerechten“ Futters, welches einen hohen Fleischanteil, einen geringen bis keinen Getreideanteil, natürliche Inhaltsstoffe und keinen Zucker enthalten sollte.

Aus diesem Grund hatte ich den Test anfangs auch gelesen, mit dem Kopf geschüttelt, abgeheftet und für „nicht aussagekräftig“ befunden.

Einige Hersteller der Futtermittel, die getestet wurden, haben bereits Stellungnahmen zum Test der Stiftung Warentest herausgegeben, die unter nachfolgenden Links zu finden sind:

Mac´s Tiernahrung
Catz Finefood
Tundra Petfood

Jeder muß sich sein eigenes Urteil bilden, aber ich möchte allen Katzenliebhabern mit auf den Weg geben, dass wer an der Qualität des Futters spart, mit großer Wahrscheinlichkeit am Ende wesentlich mehr Kosten für den Tierarzt bereitstellen muß. (Ausnahmen bestätigen natürlich immer die Regel 😉 )

Stiftung Warentest: Katzenfutter
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